Wollen Sie an Weihnachten Freude machen und gleichzeitig Gutes tun?
Unsere Kunstgruppe in Walmer Township hat im vergangenen Jahr Erstaunliches geleistet. Aus einer Ausstellung in unserem Jugendzentrum haben wir Grußkarten mit den besten Gemälden entworfen. Sechs Klappkarten mit verschiedenen Motiven (inkl. Umschlägen) kosten 6,50 Euro (zzgl. Versandkosten).
Das Fotoprojekt “Connecting Continents” ermöglichte den Austausch südafrikanischer und deutscher Jugendlicher und zeigt, dass das Leben in Deutschland und Südafrika ähnlicher ist als vermutet – entdecken Sie es in unserem Wandkalender, den wir für 5 Euro (zzgl. Versandkosten) verkaufen.
Seit etwa sechs Wochen bin ich wieder in Deutschland. Das Abenteuer Südafrika ist vorerst beendet. Rein örtlich betrachtet. In meinem Herzen hat sich Südafrika einen festen Platz erkämpft und wird mich mein ganzes weiteres Leben lang begleiten. Viele der Erfahrungen, die ich in der Regenbogen-Nation gemacht habe, werden mir erst im Nachhinein und vielleicht in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren bewusst werden.
Doch im Gespräch mit dem Süderländer Tageblatt, für die ich regelmäßig aus Südafrika berichtet habe, habe ich versucht, erste Einschätzungen über das Jahr zu treffen. Darüber hinaus habe ich versucht, Deutschland und Südafrika ein bisschen gegenüber zu stellen. Hier sind die Ergebnisse:
Wie geht es jetzt weiter? Mit mir, mit diesem Blog? Ich werde ab Donnerstag in Berlin wohnen und meinen Master in “Medien und Politische Kommunikation” an der FU Berlin beginnen. Darüber hinaus werde ich Masifunde natürlich weiterhin erhalten bleiben – ich bin jetzt der Pressesprecher des Vereins. Was man da so für spannende Dinge macht, kann man unter anderem hier nachlesen. Ich werde versuchen, hier ab und zu ein kleines Update zu geben. Ich möchte auf jeden Fall weiter über Masifunde und Südafrika, über Xhosas und Zulus, über Kultur und Sport in der Regenbogennation, über Probleme aber vor allem auch den Fortschritt des Landes berichten – ich hoffe, Sie begleiten mich dabei!
Folgende Artikel sind von mir in der vergangenen Woche erschienen:
Public Viewing im Township: Fußball-WM – Jacob Birkenhäger (23) aus Bensheim organisiert in einem der ärmsten Viertel im südafrikanischen Port Elizabeth ein Welt-Cup-Studio für Kinder und Jugendliche. (Darmstädter Echo, 26. Juni 2010) Wintermärchen für Township-Kinder: Fußballfieber in Südafrika: Masifunde erfüllt Wünsche von Jungen und Mädchen in armem Vorstadtviertel. (Bergsträßer Anzeiger, 24. Juni 2010)
Darüber hinaus wurde fleißig über Masifunde berichtet:
Mit “can you feel it, it is here!” (Kannst du es fühlen, es/sie (die WM) ist hier) wirbt die SABC, die alle Spiele der WM in Südafrika überträgt. Auch nach dem Ausscheiden der südafrikanischen Mannschaft bin ich sicher, dass der Spirit der WM auch weiterhin bestehen bleiben wird.
Nur wenige glaubten an ein Fußball-Wunder, als Bafana Bafana (dt.: die Jungs) heute gegen die Equipe Tricolore antrat: Unüberwindbar schien die Hürde von fünf aufzuholenden Toren gegenüber Mexiko, die die südafrikanische Nationalmannschaft zu überwinden hatte – dies schien auch gegen Domenechs Chaos-Truppe kaum machbar.
Was sich den Zuschauern weltweit dann aber bot, hatte mit der Hoffnungslosigkeit und düsteren Gedanken an ein Südafrika ohne WM-Sieg nichts mehr zu tun. Vielmehr entfachte Bafana Bafana ein Feuerwerk der Leidenschaft, mit Bestnoten in Einsatz, Kampf und Spielfreude. Zur Halbzeit hätte es locker und leicht 3:0, wenn nicht sogar 4:0 stehen können. Die Franzosen gingen mit dem 2:0 Halbzeitstand gut bedient in die Pause. Gegen den überfordert und lustlos agieren ehemaligen Weltmeister nährte die Elf um Pienaar und Shabalala die Hoffnung auf eine Sensation. Uruguay leistete darüber hinaus durch den Führungstreffer gegen Mexiko die erhoffte Schützenhilfe.
In unserem Masifunde World Cup Studio herrschte eine Stimmung, wie ich sie bisher noch nicht erlebt habe – dies übertraf sogar die Erfahrungen vom viel umjubelten Eröffnungsspiel. Mehr als 150 Kinder und Jugendliche feierten ausgelassen, als das 1:0 erzielt wurde – plötzlich bekam die Hoffnung neue Nahrung, dass doch noch alles gut ausgehen könnte. Kurz darauf die rote Karte für die Franzosen, dann das 2:0 – das WM-Studio glich einem Volksfest. Als dann das 3:0 wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen wurde, waren sich alle sicher, dass das abgebrannte Feuerwerk in der zweiten Halbzeit seine Fortsetzung finden würde. Das 2:1 mag man meinen, erstickte dann die Stimmung im Keim. Doch ganz anders: Auch wenn man einem Weiterkommen in die nächste Runde nicht mehr traute, brannten in der 90. Minute nochmal laute Gesänge auf: Die Kids sprangen auf, sangen und tanzten, das Youth Centre im Township war von einer sagenhaften Atmosphäre eingeschlossen, die es so bei einem deutschen Ausscheiden in Deutschland sicher nicht geben würde.
Das es am Ende nicht geklappt hat, mag zwar weh tun, doch so wie ich die Reaktionen der Fans hier erlebt habe, hat es eine erneute Trendwende in der Stimmungslage gegeben: Südafrika hat sich würdevoll von der Fußball-Bühne verabschiedet und hat gezeigt, dass es an guten Tagen jeden schlagen kann. Dies haben auch die Fans so aufgenommen: Es gab Applaus statt Enttäuschung, Jubel über den Sieg gegen einen (ehemals) Großen des Weltfußballs. Nun ist das südafrikanische Volk in der Pflicht, ein guter WM-Gastgeber zu bleiben. Im Radio wurde nach dem Spiel dazu aufgefordert, ab jetzt nochmal alles zu geben – schließlich schaue noch immer die ganze Welt gebannt auf das Runde Leder, welches in Südafrika von Strafraum zu Strafraum gekickt wird.
Darüber hinaus besteht weiterhin die Hoffnung, dass eine andere afrikanische Nation in die Bresche springt und zum ganz großen Coup ausholt: Ein WM-Sieg eines afrikanischen Landes am 11. Juli ist zwar aufgrund der bisherigen Ergebnisse durchaus unwahrscheinlich, die Hoffnung stirbt jedoch bekanntlich zu letzt. Wollen wir nur hoffen, dass Ghana morgen gegen Deutschland nicht den ersten Schritt gehen wird.
Ich bin stolz auf das, was die südafrikanische Nationalmannschaft heute geleistet hat – noch mehr bewegt haben mich aber die Reaktionen der Leute, mit denen ich nach dem Spiel gesprochen habe. Mit einem weinenden Auge, aber auch mit ganz viel Freude und Stolz betrachtet man die WM in Südafrika, die nach dem Scheitern der Heimmannschaft auch für die Südafrikaner noch lange nicht vorbei sein wird!
Darüber hinaus noch einige Empfehlungen:
Im ARD-Nachtmagazin ist kürzlich ein Beitrag über unser WM-Studio erschienen:
“Die WM – Ein Wintermärchen?” Ist ein reizender Blog, dessen Macher uns in Walmer Township besucht haben und unsere Kids ins Stadion begleitet haben. Die Ton-Bild-Reportage gibt es bei Vimeo. Bei Facebook freuen sich die beiden Macher über jeden in ihrer Gruppe “WM 2010 – ein Wintermärchen?”.
Wie wird die WM in Südafrika wahrgenommen? Zwei Deutsche gehen dieser Frage seit zwei Wochen auf den Grund: Kai Schächtele, Freier Journalist und Christian Frey, Fotograf, reisen durch die Regenbogen-Nation und stellen sich die Frage, ob hier ein Wintermärchen für Südafrika geschrieben wird. Für ihren Blog “Die WM: Ein Wintermärchen?” treffen sie Menschen aus Südafrika und befragen sie zu dieser Thematik – das ganze wird in netten Audio-Slideshows verarbeitet.
Momentan besuchen sie Port Elizabeth und sind dadurch auch mit Masifunde in Kontakt gekommen. Wir haben den beiden Reisenden ein gemütliches Zimmer in unserer Praktikanten-WG mitten in Walmer Township angeboten – sie haben dankend angenommen. Heute werden die beiden unsere Kids zum Spiel Deutschland-Serbien ins Stadion begleiten. Dank einer einmaligen Spendenaktion via Facebook ist es uns gelungen, 190 WM-Tickets für unsere Kids zu erwerben – vielen Dank nochmal an alle Unterstützer aus Deutschland!
Ich bin gespannt, ob heut ein weiteres Kapitel deutscher Fußballgeschichte auf afrikanischem Boden geschrieben wird.
Vor wenigen Tagen habe ich für Radio MK ein Interview zur Stimmung in Südafrika im Vorfeld der Weltmeisterschaft gegeben. Ich freue mich sehr darauf, auch in den kommenden Wochen für Radio MK aus Südafrika berichten zu dürfen!
Für 15 Euro einem Masifunde-Kind aus Walmer Township ein Spiel der Weltmeisterschaft ermöglichen!
Wir haben gerade erfahren, dass morgen für nur 15 Euro die letzten WM-Tickets für Spiele in Port Elizabeth verkauft werde, u.a. Serbien-Deutschland, Portugal-Elfenbeinküste, u.v.m. Jetzt wollen wir möglichst vielen Kindern unserer Bildungsprogramme …den Besuch eines Spiels ermöglichen.
Wenn Du Lust hast, uns dabei zu unterstützen, teile mir einfach mit, wie vielen Kindern, Du den Besuch eines WM-Spiels ermöglichen willst…
www.masifunde.com
… kann ganz schön verwirrend sein! Heute Morgen bin ich aufgewacht und die Sonne durchflutete mit ihren warmen Strahlen mein kleines Zimmer. Aufgesprungen, raus aus den langärmligen Schlaf-Klamotten, rein in die kurze Hose, das T-Shirt an und die Sonnen-Brille auf. Gefühlte 30 Grad, dazu ein laues Lüftchen. Es ging ab an den Strand, die – so munkeln die Pessimisten – letzten Sonnenstrahlen genießen, bevor der Winter einbricht. Kaum angekommen im Cape Recife Nature Reserve, wurde das Feuer angeschmissen, um einen spätsommerlichen Braai (also das südafrikanische Pendant zum Grillen) zu haben. Auf den Felsen direkt am Meer konnte man die unruhige Flut bestaunen. Atemberaubend, wie hier die Naturgewalten ihr einerseits brachiales, andererseits beruhigendes Schauspiel darbieten. Mit zunehmender Verweildauer (klingt ein bisschen chemisch-physisch angehaucht dieses Wort), zog dann aber immer mehr ein frischer Wind auf. Dies ist jedoch kein Vergleich zu dem, was mich nun umgibt: Kälte.
Die meisten Häuser in Südafrika haben keine Heizung, die gerade am Abend aufkommende Kälte schleicht sich also durch die schlecht isolierten Fenster und Türen und umhüllt den bibbernden Körper. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es all denen hier in der Regenbogen-Nation bei diesen Temperaturen geht, die weder eine Steinmauer noch ein vernünftiges Dach über dem Kopf haben…
… pünktlich zum Tag der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders inklusive Malta-Ihr-Habt-Eh-Keine-Chance-Helden melde ich mich mal wieder zu Wort.
Drei Gründe gibt es hierfür:
1. Mein Blog wird noch von durchschnittlich 10 Besuchern pro Tag besucht.
2. Ich habe seit Monaten nichts mehr geschrieben
3. Mein Freund Nils hat vor kurzem geschrieben, dass er Bloggen liebt. Dem möchte ich mich anschließen.
In den letzten Tagen und Wochen wurde ich oftmals von Freunden und Bekannten kontaktiert, schließlich bin ich momentan so etwas wie der “Südafrika-Experte”. Folgende Fragen standen dabei im Fokus:
1. Merkt man schon was von der WM in Südafrika? Daraus interpretiere ich, dass von der unglaublichen Vorfreude, die das Land durchfährt, in Europa noch nichts angekommen ist.
2. Ist es dort wirklich so schlimm mit der Gewalt? Anstelle von Gewalt kann auch Kriminalität, Fremdenhass, Armut etc. eingesetzt werden.
3. Ist das nicht alles von den Medien ein bisschen aufgebauscht? Diese Frage zu beantworten, fiel mir am leichtesten. Die Antwort lautet schlicht und einfach: Ja.
In den letzten Monaten, vor allem aber auch Wochen habe ich immer mehr den Eindruck gewonnen, dass das Bild über Südafrika im Rest der Welt noch gravierend verzerrter ist, als ich es mir jemals vorgestellt habe.
Da wird aufgrund eines Anschlags auf die togoische Nationalmannschaft (sagt man wirklich, nicht togolesische) in Angola (!) die Sicherheitsfrage gestellt, der Wurst-Fabrikant Hoeneß betont nachdrücklich, dass er nicht zur WM fährt.
Da wird davon gesprochen, dass es die Südafrikaner eh nicht schaffen, ein Groß-Event wie die WM zu organisieren. Welche Hürden ihnen dabei aber von externen Akteuren wie der FIFA geschaffen werden, wird verschwiegen. Genau so die Tatsache, dass alle Stadien fertig sind und an der Infra-Struktur fleißig gebastelt wird. Es wird sicherlich nicht dem europäischen Zeitplan entsprechen, aber Südafrika wird das schon schaffen!
Ich habe mir im Rahmen meiner Tätigkeit bei Masifunde mal die Mühe gemacht, eine differenziertere und nicht voreingenommene Sicht über die Lage hier vor Ort zu machen. Das Ergebnis ist eine Themenseite, die auf Seite 2 der Westfälischen Anzeiger Verlagsgesellschaft erschienen ist und die hier heruntergeladen werden kann.